DIESER GARTEN IST DER GARTEN MEINES LEBENS

DIE GÄRTEN UND DAS ARBORETUM

Alles begann in Saint Cloud, am Fuße der Gärten des Trocadero, im Parc de Saint Cloud, meinem Spielplatz während und nach der Schule, zwischen sich schlängelnden Pfaden, Gehölz, Teichen und Vogelhäusern. Der unter Ludwig XVIII. und Karl X. für die „Kinder Frankreichs“ – Neffen und Nichten des Königs – errichtete Park präsentiert eine reiche und vielfältige botanische Sammlung.

Dann gab es die Wochenenden und Ferien zwischen den Wäldern und Teichen des Gâtinais, einem Jagdgebiet, bei meinen Eltern, und die Sommer im Süden, in der Nähe von Carcassonne, bei meiner Großmutter, inmitten von Gemüse- und Blumengärten. Das schöne schattige Gewächshaus und die sonnige Terrasse waren Erinnerungen an ein anderes Leben in Afrika. Dort gab es auch einen Bambusgarten, ein kleines Stück Indochina, in dem sie eine Zeit lang lebte. Schließlich, als Teenager, Surrey, Großbritannien, und seine Gärten.

Das aufgesplittete kleine Herrschaftsgebiet ist auch die Geschichte eines französischen Dorfes. Schon bei meiner Ankunft erzählten mir die Ältesten von ihrem Haus.

Dieses Herrenhaus ist seit 30 Jahren mein Zuhause.
Für mich gehört ein Garten um das Gebäude herum gedanklich und gefühlmäßig einfach dazu. Ich habe mir die nötige Zeit genommen, um das Haus einzurichten.
Zeit, die Natur zu beobachten.
Zeit für die Ankunft meiner drei Kinder.
Zeit auch, um aufzusaugen, was es um mich herum, anderswo, gab, was mir gefiel.

Etwas systemlos kaufte ich Obstbäume, englische Rosen und Stauden, die ich rund um das Herrenhaus pflanzte.

Ich habe emblematische Orte in der Region Centre (Ainay-Le-Vieil, La Bussière) besucht und war von der Arbeit und vom Buch Structures Végétales (pflanzliche Strukturen) von Pierre et Marie-France Joyaux begeistert, die als erste in Poulaines mit der Schaffung des Wasserwegs, des Rosengartens und der Wegeführung eingegriffen haben.

Die Dorfältesten brachten mir eine Monographie aus dem 19. Jahrhundert, die es uns ermöglichte, nach und nach ein kleines herrschaftliches Landgut nach dem neuesten Terrier-Register für herrschaftliche Anwesen zu errichten. Das Ehepaar Joyaux hat uns geholfen, diese Verbindung zwischen den Bauten und dem Pflanzenreich herzustellen, die mir so sehr am Herzen liegt.

Als Tochter eines Bauunternehmers, der mich auf seine Baustellen mitnahm und mit den Architekten in Kontakt brachte, habe ich diesen Garten nach und nach auf meine Weise weitergeführt.

Da ich mir meiner Unzulänglichkeiten bewusst war, belegte ich einige Kurse in Botanik, Gartenbau und Gartengeschichte.

Als Fan von Festen zum Thema Pflanzen lernte ich Claudie und Gérard Adeline kennen. Mit ihrer Hilfe wird mein Garten je nach Jahreszeit mit Rinden, Blumen, Blattwerk oder Fruchtkörpern geschmückt, von denen die einen schöner sind als die anderen. Ihnen ist es zu verdanken, dass das Arboretum entstanden ist.

Dann kam Christian Coureau, um einige alte Buchsbäume in Wolken zu beschneiden, die historische Markierungen des Hauses sind. Ich hatte einige Bambusse, Überbleibsel des wiederaufgebauten Meierhofs, entlang des Flusses in die Furche gelegt. Um sie herum stellte sich Christian mit mir die Fortsetzung des Gartens meiner Großmutter vor.

Valérie Esnault

ANLAGE DES ARBORETUMS

INTERVIEW MIT CLAUDIE ADELINE


„Im Jahre 2006 lernten wir Valérie auf der Ausstellung in Saint Jean de Beauregard kennen, wo wir uns sofort gut verstanden. Sie lud uns ein, ihren Park zu besichtigen. Wir haben zunächst damit begonnen, den bestehenden Park mit seltenen Pflanzen zu bestücken.
Valérie erzählt uns, dass sie ein etwa 1 ha großes Stück Land am Ende des Parks gekauft hat.
Nach mehreren Besuchen in unserer Baumschule entstand die Idee, an diesem Standort ein Arboretum anzulegen.
Wir haben einen Plan mit Rondellen und Wegeführungen erstellt, damit man die zahlreichen, häufig unbekannten Pflanzen kennenlernen kann und die Neugierde geweckt wird.
Valérie liebt es, ihren Besuchern dieses Arboretum, ein botanisches Gewächshaus mit rund 300 verschiedenen Arten, näher zu bringen.“

KALENDER DER BLÜTEZEITEN

FRÜHLING


Spätblühende Narzissen, Lauch, Steppenkerzen, Lilien, Iris, Pfingstrosen (strauchig und krautig), Rosen, Stauden, Magnolien, Flieder (Syringa), Blüten-Hartriegel und Asiatischer Blüten-Hartriegel, Schneeball, Amelanchier, Deutzie, Gelbholz, Taschentuchbaum, Michelia yunnanensis, Klematis, chinesische und japanische Glycine.

Alle kleinen Früchte.

SOMMER


Aromatische Pflanzen und Minzen, Taglilien, Montbretien, Lavendel, Dalhien, Schmucklilien, Fingerkräuter, Salbei und andere Stauden, Tulpenbaum, Trompetenbaum, Japanischer Schnurbaum, Styraxbaum, Strauch-Rosskastanie, Abelien, Säckelblumen, Losbäume, Indigofera, Rosmarinweiden, Weigelie, Hibiskus, Sommerflieder, Hortensien, Vitex.

Seerosen und Lotusblumen.

HERBST


Die Farben des Laubs, Ahorn, Sumpfzypressen, Urweltmammutbaum, Sumpf-Eiche, Tupelobaum, Hickory, Ginkgo, Persischer Eisenholzbaum, Scheinkamelie, Spindelsträucher…)
Mauerpfeffer, Erika, Astern, Gräser, Rosen, Remontanten, Ölweiden, Duftblüten, Camellia Sasanqua.

Äpfel, Birnen, Quitten, Feigen, Heidelbeeren, Holunderbeeren…

WINTER


AUFEINANDER FOLGENDE BLÜTEZEITEN von Zwiebeln auf Rasenflächen, in Beeten, am Fuße offener Obstbäume. Nieswurz, Hamamelis, EdgworthiaCamellia japonicaSarcoccocaSeidelbastLonicera fragantissimaPrunus.

DIE SCHÖNHEIT DER RINDEN UND KÄTZCHEN in der Wintersonne: Betula Jacquemontii, Nigra, Albosinensis, Zimt-Ahorn, Amberbäume, Korkenzieherweiden, Haseln und Weidenkätzchen.

DIE NADELBÄUME: Tannen, Weihrauchzedern, Himalaya-Zeder, Libanon-Zeder, Atlas-Zeder, Scheinzypressen, Sicheltanne, Leyland-Zypresse, Grannen-Kiefer und Mädchen-Kiefer, Mammutbaum, Schierlingstanne.

UM DAS AUGE ZU ERFREUEN

DIE GÄRTEN IN BILDERN


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